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Sie beruft sich auf progressive bürgerliche Ideen, die die Bourgeoisie selbst inzwischen verraten hat. Waren damit zuvor ausschließlich Eigenverantwortlichkeit betonende, staatsskeptische klassisch-liberale Positionen gemeint, entwickelte sich das Wort liberal bald zum Inbegriff des big government (→ Etatismus). Durchgesetzt wurden eine aktive Stadt- und Wohnungspolitik, die menschenwürdiges Wohnen in der Großstadt ermöglichen und sich um soziale Brennpunkte kümmern sollte, eine aktive Arbeits-, Frauen- und Kinderschutzpolitik in den Betrieben, die Unterstützung von Gewerkschaften und Verbraucherschutz. Sie verstand sich vor allem als liberale Partei, was sich darin ausdrückte, dass in ihrer Politik die Freiheit des Einzelnen vor staatlichen Eingriffen wichtiger war als die Durchsetzung von Mehrheitsentscheidungen gegen die Interessen Einzelner. Aus der übrigen Nationalliberalen Partei entstand nach der Novemberrevolution die Deutsche Volkspartei. Daneben trat er für massive Steuersenkungen, die Abschaffung der Bismarck’schen Schutzzollpolitik und eine Stärkung der Arbeiterselbsthilfevereine ein.
Progressiv Adj. ‘sich allmählich steigernd, sich entwickelnd, (politisch) fortschrittlich’, Entlehnung (2. Hälfte 18. Jh.) von gleichbed.
Heutzutage berufen sich Teile der Demokratischen Partei und der Green Party auf das progressive Erbe. N26 Slots Im ländlichen Amerika kämpften die unabhängigen Kleinbauern gegen die Macht der Banken und Großgrundbesitzer, gegen den Goldstandard in der Währungspolitik und für eine staatliche Unterstützung der Landwirtschaft. Um 1900 gehörten die Progressives in den USA zu den Befürwortern sowohl einer Anti-Kartellpolitik, einer strengen Regulierung von Konzernen und Monopolen als auch staatlich finanzierter Umweltschutzmaßnahmen (u. a. der Einrichtung von Nationalparks). Die Schaffung der Technischen Nothilfe, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Freiwilligen Arbeitsdienstes und anderer ziviler Prüfer, Techniker oder Sanitäter sowie einer Ordnung zum Feuerlöschen waren Teil oder Unterstützung progressiver Politik.
Die DVP kritisierte ebenfalls den Versailler Vertrag und die mit ihm verbundenen Belastungen, ebenso eine Steuerpolitik, die insbesondere den Mittelstand belastete. Man stimmte der Flottenvorlage und auch der Kolonialpolitik zu; auch in der politischen Zusammenarbeit veränderte sich fortlaufend die Lage. Einem Zusammenschluss der Deutschen Volkspartei mit den bürgerlich-liberalen „Linksparteien“ (historischer Kontext) wie der Freisinnigen Volkspartei und der Freisinnigen Vereinigung stand Eugen Richter von der FVp im Weg. In der Partei wuchs die Zahl derjenigen, denen, meist aus ökonomischen Gründen, die politische Einheit wichtiger war als das Beharren auf dem bisherigen liberalen Rechtsstandpunkt. Da dieser die deutschen Einigungskriege erfolgreich gestaltete, führte die Lage zu einem Stimmungsumschwung, bei welchem die DFP Mitglieder und Wähler verlor.